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lionsgemmini
BeitragVerfasst am: 24.01.2016 15:07 Titel: Lebendgestein ... Antworten mit Zitat



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Ich habe eine Frage zu Lebendgestein. Zum einen würde mich intereressieren, ob ich Lebendgestein auch in ein BrackwasserAqua setzen kann, oder ob der Salzgehalt dafür mehr in Richtung Meerwasser gehen muss.

Und zum anderen würde mich interessieren, ob Lebendgestein auch dann noch als "lebend" bezeichnet werden kann, wenn es schon 1,5 Jahre trocken gelagert wurde.

Hintergrund: Ich beabsichtige, mein Kufi-Becken mit Gestein usw. aufzurüsten und bin am Schauen, was ich da reinnehmen kann. In Kleinanzeigen habe ich jemanden gefunden, der Lebendgestein anbietet, aber das ist schon rd. 1,5 Jahre trocken gelagert . Er hat geschrieben, dass man es wieder beleben könnte ... aber wenn das nur mit feucht gelagertem Gestein geht, dann würde ich mir lieber von vornherein gutes, neues Gestein kaufen, als etwas, was dann unterm Strich eh nichts bringt, außer Aufbau von Struktur und Versteckmöglichkeiten ... aber dafür gibt's dann vielleicht auch günstigere Steine ...

Ich wußte nicht, wo ich das Thema eröffnen kann, deswegen hab ich das erstmal unter dieser Rubrik gemacht - falls es woanders hingehört, bitte verschieben ... Danke ...
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Lieben Gruß Petra


Ich bin nur verantwortlich für das, was ich sage - nicht für das, was Du verstehst.
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The_Birdeater
BeitragVerfasst am: 24.01.2016 20:18 Titel: Re: Lebendgestein ... Antworten mit Zitat



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lionsgemmini hat Folgendes geschrieben:
Ich habe eine Frage zu Lebendgestein. Zum einen würde mich intereressieren, ob ich Lebendgestein auch in ein BrackwasserAqua setzen kann, oder ob der Salzgehalt dafür mehr in Richtung Meerwasser gehen muss.


Ja kann man, aber Brackwasser ist nicht gleich Brackwasser. Es gibt Brackwasser mit geringem Salzgehalt (Dichte zwischen 1.000 & 1.004, also 0-6g Salz pro Liter bei 26°C). Das ist eher noch Süßwasser und Pflanzen etc. überleben dort noch. Lebendgestein, dass eher Meerwasser benötigt, überlebt natürlich dort nicht. Das marine Leben und die ganzen Mikroorganismen im Gestein sterben dort ab und belasten das Wasser deines Beckens. Brackwasser mit höherem Salzgehalt (Alles über 1.004 bis ca. 1.015, also 6-20g Salz pro Liter) kann man im Aquarium als "tote Zone" bezeichnen, weil es für Süßwasserleben zu salzig ist, aber für die meisten Meereslebewesen noch zu süß ist. Außer ein paar salzresistenten Algenarten gedeiht dort kaum etwas. Ab einem gewissen Salzgehalt sterben die Süßwasserorganismen und es bilden sich salzresistente Bakterienstämme. Wenn du beabsichtigst mit Lebendgestein zu arbeiten, dann solltest du dich auf hohe Salzgehalte einstellen (Dichte ab 1.015 aufwärts). Also Tendenz Richtung Meerwasser. Ab einer Dichte von 1.020 (ca. 26g Salz pro Liter) kann man auch schon verschiedene Kriechsprossalgen (Caulerpa) einsetzen, aber dann sollte man sich überlegen ob man nicht direkt Meerwasser betreiben will (34g Salz pro Liter / Dichte: 1.023-1.026, je nach Temperatur).*
Ab einem Salzgehalt von ca. 16g Salz pro Liter (Dichte ca. 1.012) funktionieren auch schon die meisten Eiweißabschäumer und wenn du mit Lebendgestein arbeiten möchtest, empfehle ich den auch direkt, da das ganze Eiweiß gebunden wird, ehe es im Wasser zu Schadstoffen wird. Besonders bei Kugelfischen geeignet, da gerade sie beim Fressen viel Dreck machen und dementsprechend viel ausscheiden. Zudem entfernt ein Eiweißabschäumer sämtliche Gelbstoffe aus dem Wasser und es wird klarer denn je.

Bedenke aber, dass wenn du mit marinem Leben arbeitest, du nicht mehr in zu süße Wasserwerte pendeln kannst, da sonst das marine Leben stirbt und du somit ein Umkippen des Wassers riskierst. Andersherum passiert es mit Süßwasserebecken, die zu schnell aufgesalzen werden Exclamation

* Die Dichte ändert sich je nach Temperatur, daher müssen Beckenwasser und Frischwasser IMMER die selbe Temperatur haben. Andernfalls erzielt man mit dem Aräometer verfälschte Messergebnisse!

lionsgemmini hat Folgendes geschrieben:
Und zum anderen würde mich interessieren, ob Lebendgestein auch dann noch als "lebend" bezeichnet werden kann, wenn es schon 1,5 Jahre trocken gelagert wurde.


Nein! Wie denn auch? Nach 1,5 Jahren Trockenlagerung lebt da gar nichts mehr. Dann ist es lediglich totes Riffgestein. Es kann aber wieder zum Leben erweckt werden. Hat man bereits Lebendgestein im Wasser und gibt Totgestein hinzu, so wird früher oder später auch das tote Riffgestein wieder mit diversem marinem Leben besiedelt. So habe ich es damals auch gemacht. Ich habe mein Totegestein mit ein paar Kilo Lebendgestein "angeimpft".

lionsgemmini hat Folgendes geschrieben:
Hintergrund: Ich beabsichtige, mein Kufi-Becken mit Gestein usw. aufzurüsten und bin am Schauen, was ich da reinnehmen kann.


Trockenes Riffgestein (Totgestein) kannst du ruhig schonmal in dein Becken geben. Wasch es aber vorher gut ab oder lagere es besser ein paar Wochen in Wasser (Eimer,Wanne), denn das ganze tote Zeug steckt noch im Gestein und "dünstet" im Becken dann aus. Das will man nicht im Wasser haben. Einige behandeln Totgestein auch mit Wasserstoffperoxid. Das beschleunigt das Ganze. Wenn du das Gestein dann irgendwann im Becken hast und du den nötigen Sazgehalt im Wasser erreicht hast, kannt du Lebendgestein ins Becken geben und das restliche Gestein quasi animpfen. Lebendgestein steckt, wie der Name schon sagt, voller Leben und deine Kugeler werden sich freuen daran rumzuknabbern. Das wiederum wirkt gegen den Zahnwuchs.
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Gruß, Aaron
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lionsgemmini
BeitragVerfasst am: 24.01.2016 21:18 Titel: Antworten mit Zitat



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Danke Aaron, für Deinen ausführlichen Beitrag ...
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Lieben Gruß Petra


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The_Birdeater
BeitragVerfasst am: 24.01.2016 22:01 Titel: Antworten mit Zitat



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Gerne!

Anbei möchte ich aber noch erwähnen, dass der grüne Kugelfisch (Dichotomyctere nigroviridis) KEIN Riffbewohner ist! Bei mir wurden die drei grünen Kugeler irgendwann immer schreckhafter und fraßen schlecht, da sie mit den teils aggressiven Riffbewohnern nicht klar kamen. Zudem mochten sie die grelle Meerwasserbeleuchtung nicht, waren tagsüber kaum noch zu sehen und entwickelten ein nachtaktives Leben. Daher habe ich micht von den drei grünen Kugelfischen irgendwann getrennt.

Aber: Meerwasser bedeutet nicht immer gleich Riffaquaristik!
Viele denken bei dem Wort "Meerwasser" immer gleich an bunte Korallenriffaquarien. Von diesem Gedanken muss man sich klar befreien, denn es geht auch anders.
Schonmal mein aktuelles Meerwasserbecken gesehen?



Obwohl es nicht so aussieht, handelt es sich um reines Meerwasser (34g Salz pro Liter / Dichte knapp 1.024). Der dort lebende Schildkrötenkugelfisch (Sphoeroides testudineus) zeigte ähnliche Stresssymptome wie zuvor die drei grünen Kugeln. Erst ein Umbau des Beckens sorgte für ein gesundes ruhiges Verhalten. Der grüne Kugelfisch kommt zwar nicht im selben Gebiet vor wie der Schildkrötenkugelfisch, lebt in Südostasien jedoch unter ähnlichen Bedingunegn. Solltest du dich für eine Haltung deiner grünen Kugelfische in Meerwasser entscheiden, dann rate ich zu einer ähnlichen Gestaltung, wie ich sie aktuell betreibe! Farbe, Aktivität und Vitalität kommen im starken Brack- und Meerwasser erst richtig zum Vorschein. Das kann ich aus Erfahrung sagen.
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Gruß, Aaron
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lionsgemmini
BeitragVerfasst am: 24.01.2016 22:34 Titel: Antworten mit Zitat



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Danke Aaron, ich möchte mich langsam rantasten... Andere Fische strebe ich momentan noch nicht an ... Dann eher Garnelen/Krebse ... Dass die dann teilweise auch gefressen werden könnten ist dabei eingeplant ...

Ich will dann auch erstmal mehr Steine/Steinaufbauten reinbringen..

Und eine Strömungspumpe installieren... Und dann mal weiter schauen ...
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Lieben Gruß Petra


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The_Birdeater
BeitragVerfasst am: 24.01.2016 23:12 Titel: Antworten mit Zitat



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Andere Fische rate ich ab. Ich würde es bei einem Artbecken belassen, denn in Gegenwart anderer Fische werden sie schnell scheu und kümmern. Andersherum können sie aber auch zu nervigen Flossenbeissern mutieren, was wiederum auf Kosten der übrigen Fische geht. Außerdem gibt es in Brack- und Meerwasser kaum Fische, die sich für eine Vergesellschaftung eignen. Die meisten Brackwasserebewohner wie Kreuzwelse, Argusfische, Silberflossenblätter oder Schützenfische werden einfach viel zu groß, sind zu lebhaft und unterdrücken die kleinen Kugeler irgendwann. Dafür ist ein 250 Liter Becken viel zu klein. Es reicht ja gerade so für die fünf grünen Kugeler. Bei den im Handel erwerblichen Meerwasserfischen handelt es sich wiederum meist um lebhafte, territoriale Riffbewohner und damit kommen die noch kleinen grünen Kugeler erfahrungsgemäß überhaupt nicht klar. Grüne Kugelfische entwickeln sich am besten, wenn sie selber die uneingeschränkten "Herrscher" im Becken sind.

Zitat:
Dann eher Garnelen/Krebse ... Dass die dann teilweise auch gefressen werden könnten ist dabei eingeplant


Davon kannst du ausgehen! Obwohl bei mir eine Vergesellschaftung mit verschiedenen Einsiedlerkrebsen gut funktionierte.

Zitat:
Und eine Strömungspumpe installieren... Und dann mal weiter schauen


Das kann man machen. Hatte bzw. habe ich auch. Sie sollte aber nicht zu stark sein und am besten oberflächengerichtet sein. Ist die Strömung zu stark und die Fische werden nur hin und her gewirbelt, ist das nicht in ihrem Sinne. Erfahrungsgemäß wirkt eine gute Beckenstruktur mit vielen Verstecken aus Steinaufbauten viel besser dem Scheibenschwimmen entgegen.
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Gruß, Aaron
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lionsgemmini
BeitragVerfasst am: 24.01.2016 23:22 Titel: Antworten mit Zitat



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Momentan sprudelt das Wasser über den Einlass vom Filter relativ gut, sodass ein gewisses Maß an Strömung schon vorhanden ist ... Ich hab auch noch so eine Röhre mit kleinen Löchern ... Allerdings fehlt mir dafür gerade der Verschluss für die eine Seite .. 🙄 ... Damit könnte ich auch noch eine Oberflächenströmung erzeugen ...
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Lieben Gruß Petra


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